Rund 36 Kilometer non-stop von Herford nach Minden. Ohne Hindernisse, ohne Absteigen, Schieben oder langes Warten vor der Ampel. Der RS3 Radschnellweg Minden-Herford verbindet die Städte Herford, Löhne, Bad Oeynhausen, Porta Westfalica und Minden mit zusammen 276.000 Einwohnern. Die Städtekette zwischen Minden und Herford mit ihren vielen Siedlungsschwerpunkten und engen Pendlerbeziehungen bietet ausreichend Potenzial (1.500 bis 2.000 Radfahrten täglich) für einen breiten Radschnellweg.

Das Projekt


Radschnellweg Minden-Herford – Vorfahrt für Radler

Es gibt keine Schlaglöcher, keine Fußgänger, keine störenden Autos, dafür aber zum Beispiel Anforderungsampeln, die den Radelnden Vorfahrt geben. Insbesondere bei den Berufspendlerinnen und Berufspendlern sowie im Ausbildungsverkehr bestehen erhebliche Potenziale für eine stärkere Radnutzung. Die Planungen sehen Anschlusspunkte an den Bahnhöfen, Nutzungsmöglichkeiten von vorhandenen Radwegen und deren Ausbau sowie Routen entlang der Bahnlinie und der Bundesstraße 61 vor. Rastplätze sollen ebenso ausgewiesen werden wie Zufahrten aus den angrenzenden Kommunen. Mit dem Radschnellweg soll in einem insgesamt eher ländlich strukturiertem Raum eine spürbare Verlagerung vom dominierenden Kfz-Verkehr auf das Rad erreicht werden.

Die Trasse verläuft topografisch weitgehend eben im Zuge von Flusstälern. Im südlichen Stadtgebiet von Löhne ist in Richtung Norden ein Steigungsabschnitt von ca. 1.000 m Länge mit einer Steigung von knapp 4% zu bewältigen, in Gegenrichtung ein Abschnitt von ca. 2.500 m mit einer durchschnittlichen Steigung von ca. 1,5 %. 

Bis auf diesen Streckenabschnitt von ca. 3,5 km Länge, der durch überwiegend landwirtschaftlich bzw. forstwirtschaftlich genutzte Bereiche führt, verläuft der geplante Radschnellweg in den anderen oben genannten Teilstrecken mit relativ geringen Höhendifferenzen. Kennzeichnend für den Verlauf ist der mehrfache Wechsel zwischen außerörtlichen und innerörtlichen Strecken mit einer entsprechenden Vielfalt an Infrastrukturelemente und naturnahen Räumen.



Aktuell: Planen, bauen, erleben


RS3 Radschnellweg Minden-Herford

Bürgerbeteiligung beim RS3 beginnt

Am 6. September informierten sich mehr als 60 Bürgerinnen und Bürger aus Löhne über den Stand der Planungen in ihrer Stadt.

Vor kurzem fiel der Startschuss für die Planungen des ersten Abschnittes des Radschnellweges zwischen Löhne-Ort, Deupenbühl und dem Werre-Weser-Kuss in Bad Oeynhausen. Dieser 11 km lange Teilabschnitt ist das Kernstück des zukünftigen RS 3, der perspektivisch von Minden bis Herford führen soll.  Die Gesamtkosten des 36 Kilometer langen Radschnellwegs liegen bei ca. zehn Millionen Euro. 80 Prozent davon will das Land Nordrhein-Westfalen tragen. Der Rest verteilt sich anteilig auf die Städte.

In Löhne orientiert sich die geplante Trasse weitestgehend entlang der Bahn. Im Rahmen der Bürgerinformation wurden von den Gutachtern, SHP Ingenieure und Planungsgemeinschaft Verkehr aus Hannover, der Planungsstand und die konkreten Gestaltungsmöglichkeiten der geplanten Radschnellverbindung in den vorhandenen Straßenräumen vorgestellt. 

Als nächstes folgt eine weitere Bürgerinformation in Bad Oeynhausen.  Dann geht es in die Feinplanung.

Nach deren Abschluss – voraussichtlich Mitte 2018 - werden die Planungen an den Landesbetrieb Straßen NRW übergeben. Den Bau und den Betrieb des Radschnellweges wird das Land nach den straßenrechtlichen Bestimmungen als „Radschnellverbindung des Landes“ übernehmen. Hierzu und zu den Zielsetzungen des Radschnellweges aus Landessicht wird ein Vertreter von Straßen.NRW zu Beginn der Veranstaltung einen einleitenden Überblick geben.

RS3 Radschnellweg Minden-Herford

Erste Planungsphase des RS3 beginnt

Nach einer europaweiten Ausschreibung steht nun seit Ende Juni fest, dass sich die Planungsgemeinschaft Verkehr (PVG) und das Büro für Verkehrsplanung, Straßenentwurf und Verkehrssteuerung, SHP Ingenieure, gemeinschaftlich mit der Planung des RS3 befassen werden.

Obwohl eine Änderung im Straßen- und Wegegesetz vorsieht, dass Landesradwege in Zukunft vollständig vom Landesbetrieb Straßen NRW geplant und gebaut werden, liegt in diesem Fall eine Besonderheit vor: Bad Oeynhausen und Löhne, die beiden Kommunen, durch welche das Teilstück des OWL verläuft, entscheiden über die Planung. Sie wird rund ein Jahr in Anspruch nehmen. Die Ausführungsplanung sowie der Bau werden wiederum durch Straßen NRW verwirklicht. Die Planungskosten liegen bei 380.000 Euro, welche zu 80 Prozent vom Land gefördert werden. Im September 2017 sollen außerdem die Bürger und Bürgerinnen aus Löhne und Bad Oeynhausen miteinbezogen werden.

(Foto: Sonja Gruhn)

RS3 Radschnellweg Minden-Herford

Öffentliche Befahrung der potenziellen Strecke

Die Endfassung der Machbarkeitsstudie zum Radschnellweg wurde im Juni 2016 veröffentlicht und steht zum Download bereit. Sie liegt in den beteiligten Rathäusern für Interessierte zur Einsichtnahme aus. In diesem Zusammenhang luden die beteiligten Städte noch einmal zu einer öffentlichen Befahrung ein.

Diese fand in Kooperation mit dem Löhner Stadtradeln am Samstag, den 4. Juni 2016 auf der potenziellen Strecke des RS3 Radschnellweg Minden-Herford statt. Startpunkte waren Herford und Minden. Die Tour von Herford über Löhne nach Bad Oeynhausen startete am Bahnhof in Herford um 14 Uhr. Darin eingebunden war gegen 15.30 Uhr der Auftakt des Löhner Stadtradelns auf dem Britta-und-Ulrich-Findeisen-Platz in Löhne. Um 14.30 starteten die Radfahrer am Straßenverkehrsamt in Minden. Von dort führte die Tour über Porta Westfalica nach Bad Oeynhausen. Gegen 17.30 Uhr trafen beide Gruppen zum Abschluss der Befahrung am Inowroclaw-Platz in Bad Oeynhausen ein.


Verlauf


Der Verlauf des Radschnellweges ist im Radroutenplaner des Landes Nordrhein-Westfalen nach aktuellem Planungsstand hinterlegt. Das können alle Phasen sein: vom ersten Verlaufsvorschlag aus der Machbarkeitsstudie bis hin zum fertig gebauten Abschnitt.

dunkelgelb - in Planung
hellgelb - im Bau/Vorbereitung
orange - fertig gestellt.